|
Abstract:
|
Die sogenannten „Nachrichtenwerttheorien“ erklären den Prozess (die
„Nachrichtenselektion“), der stattfindet, wenn bestimmte Ereignisse von Journalisten
selektiert (ausgewählt) und als Nachrichten vermittelt werden. Die Haupthypothese dieser
Theorien ist, dass es besondere Merkmale (die „Nachrichtenfaktoren“) eines Ereignisses gibt,
die seinen „Nachrichtenwert“ erhöhen. Je grösser der Nachrichtenwert, desto höher ist die
Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Ereignis selektiert und als eine Nachricht präsentiert wird
(Pörksen 2001: 317).
Das Thema dieser Masterarbeit ist die von Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge (1965)
formulierte Nachrichtenwerttheorie, die 12 Nachrichtenfaktoren beinhaltet. Sie behaupteten
Folgendes über ihre Validität:
8 der Nachrichtenfaktoren seien von Kultur unabhängig. Ihre Validität sei somit global um
die Nachrichtenselektion unter Journalisten erklären zu können. 4 der Nachrichtenfaktoren
seinen dagegen Kulturabhängig. Sie seinen nur valid um die Nachrichtenselektion unter
Journalisten innerhalb des westlichen Kulturkreises erklären zu können (vgl. Galtung & Ruge
1965: 68). Im Allgemeinen fehlt es mittlerweile an empirischem Beleg für diese theoretische
Behauptung, die mit der quernationalen/-kulturellen Validität der Nachrichtenfaktoren zu tun
hat (Schwarz 2005: 2). Deswegen ist der Zweck dieser Masterarbeit einen Teil der
theoretischen Behauptung in einem konkreten, abgegrenzten Fall empirisch zu überprüfen.
Eine mögliche Deduktion von der theoretischen Behauptung ist: Ungeachtet des Landes, das
innerhalb des westlichen Kulturkreises ausgewählt wird, sei jeder einzelne der 12
Nachrichtenfaktoren valid um die Nachrichtenselektion unter den Journalisten dieses Landes
erklären zu können.
Diese deduzierte Hypothese wird in dieser Masterarbeit in einem konkreten, abgegrenzten
Fall empirisch getestet, indem Folgendes angenommen wird: Da sowohl Dänemark als Deutschland dem westlichen Kulturkreis angehören
(Huntington 2006: 44-45), dann ist es zu erwarten, dass jeder einzelne der
Nachrichtenfaktoren in der Nachrichtenwerttheorie von Galtung und Ruge (1965)
sowohl in Dänemark als Deutschland valid sei um Teile der Nachrichtenselektion unter
ausgewählten Journalisten in den zwei Ländern erklären zu können.
Durch einen Fragebogen wird es in dieser Masterarbeit empirisch überprüft, ob 9 der 12
Nachrichtenfaktoren valid sind um Teile der Nachrichtenselektion unter ausgewählten
Journalisten in sowohl Dänemark als Deutschland erklären zu können. Die 9
Nachrichtenfaktoren Galtung und Ruges (1965), die ausgewählt werden, sind: • “Frequenz“
• “Kontinuität“
• “Bedeutsamkeit“
• “Bezug auf Elitenationen“
• “Bezug auf Elitepersonen“
• “Überrachsung“
• “Eindeutigkeit“
• “Negativismus“
• “Personalisierung“
(Galtung & Ruge 1965: 66-70) (frei aus dem Englischen übersetzt).
Diese Nachrichtenfaktoren werden durch Variablen in verschiedene kurze
Ereignisbeschreibungen im Fragebogen integriert/nicht integriert. Der Medienforscher,
Winfried Schulz (1976), operationalisierte die Nachrichtenfaktoren um empirische
Forschung durch Inhaltsanalysen möglich zu machen. Als etwas Neues gehe ich von seinem
Operationalisieren aus um Variablen in einem Fragebogen formulieren zu können.
Das Ergebnis der Masterarbeit ist, dass die Hypothese in 8 Fällen empirisch bestätigt werden
kann. Dies indiziert, dass folgende der 9 ausgewählten Nachrichtenfaktoren Galtung und
Ruges (1965) sowohl in Dänemark als Deutschland valid sind um Teile der
Nachrichtenselektion unter ausgewählten Journalisten in den zwei Ländern erklären zu
können: • “Frequenz“
• “Kontinuität“
• “Bedeutsamkeit“
• “Bezug auf Elitenationen“
• “Überrachsung“
• “Eindeutigkeit“
• “Negativismus“
• “Personalisierung“ |